Geschichte und Gegenwart der Unschärfe

Maßgeblich in der Kunst und Kunstgeschichtlichen Debatte gibt es eine breite Auseinandersetzung mit der Unschärfe. Künstler haben sich hier und dort bewusst für unscharfe Motive entschieden. In der Retropsektive interessiert die Kunstbetrachter nun warum jener Maler jenes Bild genau so geschaffen hat. Hatte er schlechte Augen oder war es ihm ein MIttel eine andere Wahrnehmung zu erlangen?

Vom Impressionismus zum Beispiel ist die landschaftliche Unschärfe bekannt. Sie ergibt sich aus dem Blick in die Athmosphäre der Natur. Dennoch gab es auch andere Künstler, die in der Vermeidung von Klarheit und Schärfe eine Flucht aus dem Alltag sahen. Hier wurde Unschärfe zu einer Lebenseinstellung erhöht. Zur Wende zum 20. Jahrhundert wurde die Unschärfe in Bildern nahezu zu einer künstlerischen Bewegung.

Kunst ist aber nicht nur Kunst. Kunst spiegelt auch Zeichen der Zeit und experimente mit der Wahrnehmung. Daher ist die Auseinandersetzung mit  der Geschichte eine interesante Perspektive auf die Platzierung der Unscharf-Sehenden im jetzt. Unschärfe als ein Wahrnehmungzustand im Wandel zwischen sozialen- und technologischem Fortschritt.  Was bedeutet die Entwicklung der HD Medienproduktion gegenüber der zunehmenden Kurzsichtigkeit in der Gesellschaft?